Behandlung von Sicca-Patienten (Patienten mit chronisch trockenen Augen)

Auge zur Erläuterung des Sicca-Syndroms, Augenheilkunde vor den Toren Kölns, Dr. med. Helen Ayertey

Das trockene Auge (Sicca-Syndrom) ist weltweit sehr verbreitet. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 30 Prozent aller Patienten einer Augenarztpraxis im Verlaufe ihres Lebens vom trockenen Auge betroffen sind. Das trockene Auge trifft häufiger Menschen über dem 40. Lebensjahr, Frauen häufiger als Männer. Allergien, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Hautkrankheiten (Psoriasis) sowie rheumatische Erkrankungen und entzündliche Gefäßerkrankungen gehen häufig mit dem trockenen Auge einher.

Typische Symptome sind: Augenrötung, Brennen, Fremdkörpergefühl, Kratzen, müde Augen, geschwollene Augenlider, Schmerzen bei der Bildschirmarbeit, im Flugzeug, bei Luftzug oder in rauchiger Luft. Einige Medikamente wie Psychopharmaka, Schlafmittel, Hormone oder Antiallergika können die Entstehung begünstigen.

Entstehung des chronisch trockenen Auges

Der Grund für das trockene Auge ist schnell und einfach erklärt: Die Augen werden nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt. Der wesentliche Grund ist die nicht adäquate Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit und die zu geringe Bildung von Flüssigkeit durch die Haupttränendrüse.

Tränenflüssigkeit

Die Tränenflüssigkeit ernährt, reinigt und schützt die Hornhaut vor dem Austrocknen. Über den Tränenfilm nimmt die Hornhaut Sauerstoff und Nährstoffe auf. Der Tränenfilm ist aus drei Schichten aufgebaut. Die innere Schleimschicht sorgt für Halt und Bindung an die Hornhaut und Bindehaut. Der größte, mittige Teil ist eine wässrige Phase, die für optimale Rundung und Gleichmäßigkeit sorgt. Nach außen schließt eine sehr dünne fettige, ölige Phase ab. Diese äußere Schicht ist für die Feuchtigkeit am wichtigsten, da sie den Tränenfilm stabilisiert und vor Verdunstung schützt. Durch die ölige Schicht sollte der Tränenfilm für mindestens 10 Sekunden bestehen bleiben. Dann reißt die äußere Schicht erst auf. Ein Lidschlag jedoch erfolgt schneller und so kann sich schon der nächste  neue Tränenfilm auf dem alten aufbauen. Ist die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändert – dies betrifft insbesondere die ölige obere Schicht-, fließt die Tränenflüssigkeit ab. Das Auge tränt, benetzt aber nicht ausreichend die Hornhaut. Äußere Schichten der Horn- und Bindehaut sind so häufig der Außenwelt und dem Reiben der Lider ausgesetzt. Es entstehen sogenannte trockene Stellen, die für die Beschwerden verantwortlich sind. Über einen längeren Zeitraum kann dies die Hornhaut nachhaltig schädigen.

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